Visuelle Eindrücke von der Stadtkirche in Schorndorf

Presseartikel

Marx-Stiftung tut wieder Gutes

ZVW,2013-09-03:  Über 10 000 Euro Fördermittel ausgeschüttet für Kirche, Kirchenmusik, Diakonie und die Jugendmusikschule


Schorndorf. Mit Disziplin, Cleverness und Sparsamkeit hat es Robert Marx zu einem beträchtlichen Vermögen gebracht. Weil seine Frau Birgit Marx nach dem Tod ihres Mannes mit einem Teil dieses Vermögens die Birgit-und-Robert-Marx-Stiftung gegründet hat, sind seit 2008 schon rund 32 000 Euro für kulturelle und diakonische Projekte ausgeschüttet worden.

Dass satzungsmäßig verankerte Nutznießer dieser 2007 mit einem finanziellen Grundstock von 300 000 Euro gestarteten Stiftung, die seit ihrer Gründung rund 50 000 Euro erwirtschaftet hat, nicht nur Kirche und Diakonie ganz allgemein sind, sondern dass auch ganz speziell die Kirchenmusik und darüber hinaus auch die kommunale Musikschule gefördert werden, spiegelt die besonderen Interessen der Eheleute Marx an Kultur ganz allgemein und Musik im Besonderen wieder. Die 83-jährige Birgit Marx, die seit einigen Jahren noch gänzlich unabhängig im betreuten Wohnen im Marienstift lebt, ist, wie der Leiter der Jugendmusikschule, Günther Neher, und Kirchenmusikdirektorin Hannelore Hinderer gestern anlässlich der Verteilung der Fördermittel fürs Jahr 2013 im Evangelischen Dekanatsamt zu berichten wussten, nach wie vor ein gern gesehener Gast bei Konzerten. Rechtsanwalt Gerhard Klinger, der als Vorsitzender der Stiftung deren Geschäfte führt, weiß zu berichten, dass Robert Marx nicht nur ein Liebhaber der Kultur, sondern ein eifriger Wanderer war und dass er diese beiden Leidenschaften zum Beispiel dadurch in Einklang gebracht hat, dass er von Schorndorf aus zu Fuß zu einem Opernbesuch in Stuttgart marschiert ist.

Nach Schorndorf verschlagen hatte es den 1928 in Heidelberg geborenen und 2003 verstorbenen Robert Marx durch glückliche Umstände im Jahre 1965. Zuvor hatte er sein Glück in Israel, wohin er seiner jüdischen Abstammung wegen vor den Nazis geflohen war, und anschließend in Amerika gesucht und vorübergehend auch gefunden. In Israel war es, so berichtet der langjährige Freund der Familie Marx, Gerhard Klinger, die beidseitige Gewalt von Juden und Arabern, die ihm den Aufenthalt verleidet hat. Also ist er zu seinem Onkel Richard Fisch, der in New York ein Kunststoffunternehmen aufgebaut hatte, weitergezogen und hat sich dort einen Namen im Marken- und Patentrecht gemacht. Und aus dieser Zeit datiert auch der erste Kontakt zur Firma Schock in Schorndorf. Nachdem er zwischenzeitlich (1956) während einer Skandinavienreise die aus Dänemark stammende Birgit Albertus kennengelernt und sie zwei Jahre später in Amerika geheiratet hatte, zog es Robert Marx zurück nach Europa. Während eines Zürich-Aufenthalts im Jahre 1964 kam ihm die spontane Idee, in der Neuen Züricher Zeitung eine Annonce aufzugeben und sich um eine Position als Lizenz- und Marketingfachmann zu bewerben. Und wie das Leben so spielt, hielt sich gerade auch der Schorndorfer Unternehmer Karl Schock in Zürich auf, las die Anzeige und bot Marx eine Stelle in seinem Werk an. Von 1965 an war Schorndorf der Lebensmittelpunkt der Familie Marx, und aus dieser Zeit rührt auch der Beginn der Freundschaft mit der Familie Klinger. Gerhard Klinger erinnert sich an viele gemeinsame Abende und viele anregende Gespräche und Diskussionen. Und an Robert Marx als einen tollen Menschen, dem jede Form von Gewalt, wie er sie auch bei den Rassenunruhen in Amerika erlebt hat, ein Gräuel war. Drei Jahre vor seinem Tod haben Robert und Birgit Marx noch einmal den Versuch unternommen, anderswo, in Neuseeland, sesshaft zu werden, was vielleicht auch gelungen wäre, wenn Robert Marx nicht vom Krebs befallen worden wäre, der ihn nach seiner Rückkehr nach Schorndorf nicht mehr lange hat leben lassen.

Musikschule kauft Instrumente, Diakonie fördert Liaisondienst

Nach dem Tod ihres Mannes hat sich Birgit Marx gemeinsam mit Gerhard Klinger Gedanken gemacht, wie das Gedenken an ihren Mann sinnvoll am Leben gehalten werden könnte. Und wie sie sich gleichzeitig finanziell für das engagieren könnte, was ihrem Mann und ihr zeitlebens wichtig war. Herausgekommen bei diesen Überlegungen ist die Robert-und-Birgit-Marx-Stiftung, die sich der Förderung der Kirchenmusik und der Jugendmusikschule, dem Erhalt der Stadtkirche und der Unterstützung diakonischer Ziele verschrieben hat. Wobei Dekan Volker Teich die Stadtkirche und die Kirchenmusik vor allem auch insofern als Einheit sieht, als die im Laufe der Jahre ausgeschütteten Fördermittel für die Kirchenmusik ausschließlich in die Sanierung der Orgel fließen. Mit den jetzt für 2013 vergebenen 3000 Euro summieren sich die Gelder für die Kirchenmusik seit 2008 auf 14 750 Euro, dazu kommen in kleineren Häppchen weitere knapp 2400 Euro für die Stadtkirche. Die jetzt mit 3000 Euro bedachte Jugendmusikschule kommt insgesamt auf 6750 Euro, und in die diakonische Arbeit sind in fünf Jahren knapp 7700 Euro geflossen, davon 3500 Euro ganz aktuell. Während die Musikschule Günther Neher die diesjährigen Fördermittel ausschließlich für die Ergänzung und Überholung von Leihinstrumenten verwenden will, wird bei der Diakonischen Bezirksstelle laut Eckhardt Mack der Liaisondienst unterstützt, der in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf Menschen Beratung und Hilfe anbietet, die – als Betroffene oder als Angehörige – mit dem Thema exzessiver Alkoholmissbrauch konfrontiert sind.

 

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

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