Visuelle Eindrücke von der Stadtkirche in Schorndorf

Presseartikel

Der mit dem Bike Polka tanzt

ZVW 14-01-2013

Artistische Einlagen bei der unterhaltsamen Benefizgala des Lions-Clubs mit der Johann-Strauss-Capelle aus Wien


Schorndorf. Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Walzer, Polka und Artistik begeisterte die Johann-Strauss-Capelle Wien bei der 8. Benefizgala des Lions-Clubs in der Künkelinhalle. Außer Wiener Melodien gab es die Bikersprünge von Stargast Daniell Rall zu bewundern. Der Erlös der Gala kommt der Innenrenovierung der Stadtkirche zugute.

Schon rein optisch war das ein Hingucker, als die 16 Musiker und Musikerinnen der Wiener Johann-Strauss-Capelle da in „original historischer Kleidung“, in blütenweißen Hosen und knallrotem Frack, die Bühne der Künkelinhalle betraten. Gerade noch, erzählte Dirigent Rainer Roos in leicht schwäbischem Tonfall, hatte die Kapelle in Moskau und Shanghai gastiert, nun also wieder in Schorndorf; und das zum achten Mal in Folge. Und wiederum für einen guten Zweck. Der Erlös der vom Lions-Club organisierten Veranstaltung (mit Hilfe vieler Sponsoren und Unterstützer) wird zugunsten der Innenrenovierung der Stadtkirche Schorndorf verwendet.

„Abfahrt!“: Mit einem Trillerpfiff versetzten die Musiker ihr Publikum in einen Bahnhof und brachten dann mit der schnellen Polka „Ohne Aufenthalt“ von Eduard Strauss ihren rasanten Zug voller Wiener Melodien in volle Fahrt.

Basslastig und streichersatt ging es dann, wie auf einer Gondel erhaben in „La Serenissima“ hineinschwebend, mit „Johann Strauss’ „Nacht in Venedig“ weiter. Da wird ein impressionistisches Klangbild der Reize dieser Stadt heraufbeschworen: venezianische Ballräusche im Walzertakt, leicht erotisch dahingezupft ein nächtliches Intermezzo und dann ein feines Streicherplätschern, das den Wellenschlag an die Mauern der Kanäle dieser Stadt imitiert.

Nach Bahn und Gondel war dann schließlich das Bike dran. Zu den Klängen von „Einzug der Gladiatoren“ kam er auf die Bühne geradelt, hopste von ihr runter, drehte wilde Runden im Zuschauersaal, um dann mit einem beklatschten Satz von unten wieder auf die Bühne zu springen: Die Rede ist von Daniell Rall, vielen bekannt aus seinem Auftritt bei „Wetten dass...?“, der zirzensische Stargast des Abends. Und so war das hochverehrte Publikum denn Zeuge einer lustigen Weltpremiere, als nämlich zum ersten Mal überhaupt der „Donauwalzer mit Radfahrer“ konzertant aufgeführt wurde! Dazu stellte Daniel Rall ein Gestänge mit Glocken auf die Bühne und begleitete dann, mit dem hoch empor- gerissenen Vorderrad seines Bikes die Bimmeln schlagend, das Orchester bei dessen einzigartiger Version von „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss.

Der Sprung über den heldenmütigen Baubürgermeister Stanicki

Bei einer eigens zum Lobe des Fahrrads geschriebenen Polka von Josef Strauss, „Velocipede“, bewies Rall dann im zweiten Teil des Abends erneut seine rad-musikalischen Fähigkeiten. Zunächst hoppelte er, so halbwegs dem Takt entlang, die Polka durch die Saalreihen und legte noch mal seinen bejubelten Panthersprung auf die Bühne hin. Dann aber hieß es Mut beweisen für Baubürgermeister Stanicki. Von Rainer Roos auf die Bühne gebeten, musste er sich neben diesem auf den Boden legen, auf dass der Biker über sie hinwegspringe. Nachdem der Fahrradschutzhelm Ralls zuvor von Gemächt zu Gemächt der beiden Herren wanderte, wobei sich ein kleiner Dialog über Familienplanung ergab, war die Spannung groß. Sollte Rall zu kurz springen? Der heldenmütige Stanicki wäre das Opfer gewesen. Aber er hatte Glück. Das Kunststück gelang und der schweißbeperlte Stadtvertreter konnte unversehrt an seinen Platz zurückkehren.

Ins Schwitzen kam aber auch Dirigent Rainer Roos, als er zur derben, den Schmieden gewidmeten Polka „Feuerfest“ von Josef Strauss, als kernige Einlage, den Amboss schlagen musste. Da wurde deutlich, mit welchem Witz schon die Strauss-Familie Klänge des Alltags und der Werkstätten in ihre Kompositionen integriert hat. Bei aller Eleganz – da hatte sie keine Berührungsängste vor populärer Unterhaltung mit Pfiff. Eine Tradition, die von der Johann-Strauss-Capelle, sehr zum Vergnügen des Publikums, weitergeführt wird

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