Visuelle Eindrücke von der Stadtkirche in Schorndorf

Presseartikel

Ein Kauen und Stechen

ZVW, 2012-12-08
In der Kinderbackstube auf dem Weihnachtsmarkt wurde für den guten Zweck gebacken

In bestechender Form zeigten sich Pfarrerin Dorothee Eisrich, Dekan Volker Teich und der junge Bäckernachwuchs auf dem Weihnachtsmarkt. Aus dem Teig von Bäcker Tobias Maurer stachen die Junior- und Nachwuchsbäcker zwei Tage lang Tausende Gutsle. Damit bescherten sie der Stadtkirche ein vorgezogenes und süßes Weihnachtsgeschenk. 300 Gramm Mehl, 90 Gramm Zucker, 150 Gramm Butter und Backpulver: Das sind die Zutaten für einen Mürbteig. Über diese Dimensionen kann Tobias Maurer, Geschäftsführer der gleichnamigen Bäckerei, nur müde lächeln. Denn zwei, drei Bleche Plätzchen reichen weder aus, um seine Filialen zu beliefern, noch um die Weihnachtsmarktbesucher mit Gutsle zu versorgen. Denn wer der Stadtkirche helfen will, braucht nicht drei Bleche, sondern Hunderte – und fleißige Helfer. Und so stachen in den vergangenen zwei Tagen Kinder und Kirchenleute Gutsle im Akkord. Jeder Euro für die verkauften Plätzchen ging als Spende an die Stiftskirche. Und so zauberten Maurer und seine Kollegen eine Teigplatte nach der anderen hervor und gönnten den Kirchenbäckern keine Pause. Doch die waren hoch motiviert und bekamen Unterstützung vom Bäckernachwuchs. Und der buk an den beiden vergangenen Tagen fleißig. Vor allem für die Kinder hatte Maurer das Backzelt aufgebaut und kiloweise Teig gespendet. Außer dem guten Zweck ging es Maurer um mehr. „Backen ist Kunst. Und Kultur. Die darf nicht verloren gehen. Wir wollen den Kindern die Wertigkeit von Backwaren zeigen.“ Und so lud er am Donnerstag und Freitag den „begeisterten“ Schorndorfer Nachwuchs ein, Kekse zu backen. Jedes Kind erhielt ein „Junior-Bäcker-Shirt“. Die eigenen Kekse konnten sie mit nach Hause nehmen. Was sie übrigließen, wurde verkauft.

Engel, Glocken und Sterne wurden im Akkord ausgestochen

Kein Wunder also, dass Pfarrerin Dorothee Eisrich und Dekan Volker Teich den Nachwuchs am Donnerstagabend aktiv unterstützen wollten. „Als Kind war ich ein begeisterter Bäcker“, sagte Teich. Doch Dorothee Eisrich nannte auch die Probleme des weihnachtlichen Backens: „Ich muss mich beherrschen, dass ich nichts nasche.“ Es lief wie am Fließband: Engel, Glocken und Sterne wurden ausgestochen, aufs Blech gelegt, mit Eigelb bestrichen und dann mit Zuckerplättchen, Mandeln und Nüssen verziert. Dann landeten die Plätzchen in den beiden Backöfen und wurden bei gut 180 Grad goldgelb gebacken. Da die Höhe der Kirchenspende von der Anzahl der Kekse abhing, legten sich alle ins Zeug. „Backen ist Kunst und Kultur. Und die Stadtkirche ist ein Kulturdenkmal. Das passt doch zusammen“, sagte Maurer. „Es ist schon erstaunlich, was wir für die Kirchenrenovierung schon alles gemacht haben“, resümierte Teich und stach die nächste Glocke aus: „Wie passend: eine Glocke für die Kirchenglocke.“ Angelockt vom Duft, der aus dem Backzelt strömte, und der musikalischen Begleitung, für die der CVJM sorgte, wurde der Platz im Zelt enger, als drei neue Nachwuchsbäcker eintrafen. Für ihren Backkurs zahlten sie 3,50 Euro. Die gingen ebenfalls als Spende an die Kirche. Ihre fertigen Plätzchen landeten bei Simon Buck von der Bäckerei Maurer. Er und seine Helfer verpackten sie und spazierten anschließend über den weihnachtlichen Marktplatz. Lautstark priesen sie die handgefertigten Gutsle an und fanden schnell Abnehmer. Die waren hungrig – und heimatverbunden. Der Hinweis, wer die Kekse gebacken hatte, und welch höherem und doch irdischem Zweck die Backaktion diente, ließ die Besucher schneller zur Geldbörse greifen. „Es ist ja für einen guten Zweck“, sagte eine Dame, verstaute die Gutsle in ihrer Tasche – und warf einen Blick auf die Stadtkirche.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: Bernhardt

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