Visuelle Eindrücke von der Stadtkirche in Schorndorf

Presseartikel

ZVW, 2012-08-02
Ansonsten ist fast alles klar für den Start der Innensanierung der Stadtkirche im Oktober / Problemfall „Bänke“ ist gelöst 

 

 Schorndorf. Noch sind die Bauverträge nicht unterschrieben, aber wenn die 13 bis jetzt ausgeschriebenen Gewerke so vergeben werden, wie nach der Submission geplant, bleibt die Innensanierung der Stadtkirche absolut im kalkulierten Kostenrahmen von 2,6 Millionen Euro. Probleme macht allerdings noch das Landesdenkmalamt.
 
Dass er sich im Zusammenhang mit der Stadtkirchensanierung um etwas mehr sorgen muss als ums Geld, hätte Dekan Volker Teich auch nicht gedacht. Und doch ist’s so: Derzeit macht ihm und Architekt Bernd Treide vor allem das Landesdenkmalamt Sorgen. Dort ist der zunächst für die Stadtkirche zuständige Gebietsreferent Dr. Fekete in den Ruhestand gegangen, ohne dass das Projekt Stadtkirche sauber übergeben worden wäre. Jetzt ist eine weibliche Interimslösung installiert, und auf einmal gibt’s Probleme. Treide spricht von einer „ganz unglücklichen Situation“, für die er selber keine Erklärung hat. „Wir machen nichts, was die Kirche groß verändert, wir versuchen nur ein paar Unstimmigkeiten wieder zusammenzuführen“, sagt der Architekt und benennt als einen der Knackpunkte für das Landesdenkmalamt die angestrebte Betonung der Seitenkapellen und die Freilegung der gotischen Gewölbe mit den zugemauerten Bögen.
 
Jetzt hoffen Dekan und Architekt, dass sich die Probleme mit vermittelnder Unterstützung von Baubürgermeister Stanicki lösen lassen, und beide gehen derzeit auch davon aus, dass mit der Innensanierung der Stadtkirche wie geplant im Oktober begonnen werden kann. Denn, so Treide: „An einer umfassenden Erneuerung der Heizung und der Elektrik kommt auch das Denkmalamt nicht vorbei.“
 
Feuerwehr und THW bauen die schweren Kirchenbänke aus
 
Bei der Vergabe der verschiedenen Gewerke, die beschränkt unter denkmalerfahrenen Firmen auch aus dem Raum Schorndorf ausgeschrieben worden sind, haben sich aber nicht Heizung oder Elektrik als Problem herausgestellt, sondern die Kirchenbänke, die ausgebaut, restauriert und wieder eingebaut werden sollen. Die zwei in Württemberg auf Kirchenbänke spezialisierten Schreiner haben dankend abgelehnt, als sie mit der Anforderung konfrontiert wurden, die bis zu 18 Meter langen und entsprechend schweren Bänke zu transportieren, zu restaurieren und bis zum Wiedereinbau zwischenzulagern. Schließlich wurden doch eine Schreiner- und eine Malerfirma gefunden, die sich bereiterklärt haben, die Bänke wieder aufzumöbeln. Blieb das Problem mit dem Ausbau, das aber auch keines mehr ist, seit Feuerwehr und Technisches Hilfswerk für den Einsatz gewonnen werden konnten. „Eigentlich eine ganz glückliche Fügung“, findet Bernd Treide, weil’s zumindest ökologisch fragwürdig gewesen wäre, die Bänke mit Schwertransportern nach Oberschwaben und wieder zurückbringen zu lassen. Allerdings fehlt immer noch eine etwa 600 Quadratmeter große Halle, in der die Bänke gelagert und bearbeitet werden können, denn über solche Kapazitäten verfügen die beiden Handwerksbetriebe nicht.
 
An ehrenamtlicher Unterstützung beim Ausbau der Bänke, der für den 13. und 27. Oktober geplant ist, wird es nicht mangeln – dank Feuerwehr und THW, aber dank dem Team von der „Bauhütte“, das schon beim ersten Bauabschnitt sehr aktiv war und jetzt gerade dabei ist, sich für den nächsten Bauabschnitt neu zu formieren. „Da können alle mitmachen, die handwerklich begabt sind“, lädt Volker Teich zum Mitmachen ein. Immerhin sollen Eigenleistungen im Gegenwert von 45 000 Euro erbracht werden, wobei die einzelne Stunde mit 25 Euro angesetzt ist.
 
Genug Spendenmittel für den Sanierungsbeginn
 
Apropos Geld: Am vergangenen Sonntag ist das Spendenbarometer an der Stadtkirche auf 1,2 Millionen gestellt worden. Damit sind die zwei Drittel dessen, was an Eigenmitteln für die Innensanierung erbracht werden muss, erreicht, so dass zumindest von dieser Seite dem geplanten Start der Sanierung im Oktober nichts mehr im Wege steht. Bis zum Abschluss der Sanierung Ende 2013 müssen dann noch einmal 500 000 Euro an Spendengeldern gesammelt sein. Dass das gelingt, daran hat Dekan Teich nach dem, wie’s bisher gelaufen ist, keine Zweifel mehr. Was aber nicht heißt, dass es nicht auch in Zukunft noch weiterer großer Kraftanstrengungen und Spendenaktionen bedarf.

© Schorndorfer Nachrichten

 pressearchiv icon

  © Kirchbauverein Stadtkirche Schorndorf e.V.         |               Impressum