Visuelle Eindrücke von der Stadtkirche in Schorndorf

Presseartikel

ZVW, 2012-10-14
... sind am Samstag in der Stadtkirche ausgebaut und in einer Halle auf dem Pfleiderer-Areal eingelagert worden

Schorndorf. „Wenn mr fertig sen, wissa mir, wie’s geht“, sagt „Capo“ Roland Wöhr. Ein Scherz, denn er und seine über 30 freiwilligen Helfer, darunter auch einige besonders zupackende von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, haben das mit dem Ausbau von insgesamt einem halben Kilometer Bänken in der Stadtkirche recht schnell raus.

„Es klappt alles hundertprozentig“, freut sich Roland Wöhr denn auch schon nach dem Ausbau der ersten der insgesamt 62 acht Meter langen Bänke, die am Stück transportiert und verladen werden müssen, um in eine Halle auf dem Pfleiderer-Areal gefahren zu werden, wo sie in den nächsten Monaten nach und nach restauriert werden. Damit sie an den Stellen, an denen sie verleimt sind, nicht brechen, müssen die Bänke zunächst einmal mit Holzlatten und Schraubzwingen verspannt werden. Vorher heißt’s, die Verschraubungen zu lösen, was teilweise gar nicht so einfach ist, weil sich der Rost tief eingefressen hat. „Der hat keinen Respekt, der frisst selbst in der Kirche“, meint Handwerksmeister Roland Wöhr, der, so sagt er selber, zu der Ehre, bei dieser Aktion den Chef spielen zu dürfen, gekommen ist, weil einige der Meinung waren, er habe, nachdem er seinen Betrieb aufgegeben habe, ja jetzt Zeit.

„Des wiegt doch nix, des Zeigs“, findet Schlepperfahrer Heinz Rapp

50 Kilogramm, schätzt Wöhr, wiegt so eine Bank. Das kann bei der ersten Bank wenig und bei der 50. viel sein. Der Schornbacher Landwirt Heinz Rapp, der mit seinem Schlepper und dem von Nachbar Hermann Beutel ausgeliehenen Anhänger eines der beiden Transportfahrzeuge lenkt – das zweite stellt die Zimmerei Aupperle –, sieht das ein wenig anders. „Des wiegt doch nix, des Zeigs“, sagt er und wundert sich, dass sich die Helfer mit einem auf dem Pflaster nicht gerade geländegängigen Rollwagen abmühen, anstatt einfach zwei oder drei Kanthölzer unter der Bank durchzuschieben und sie so zu den Fahrzeugen mit den speziell für diesen Transport verlängerten Pritschen zu tragen. Egal wie – eine Bank aus der ersten Reihe, auf die künftig zugunsten von Stühlen verzichtet werden soll, bleibt bis zum Schluss stehen. Sie findet ihren musealen Platz an einer Front im Saal des Martin-Luther-Hauses, wo in den nächsten Monaten die Stadtkirchen-Gottesdienste abgehalten werden.

Derweil sind Dekan Volker Teich und Pfarrerin Dorothee Eisrich mit fleißigen Helferinnen und Helfern damit beschäftigt, den Altarraum auszuräumen, und dabei stellen sich durchaus schwierige Fragen, die einer schnellen Beantwortung und Entscheidung harren: Was passiert mit den alten Liedtafeln – entsorgen oder aufheben? Müssen die schweren Terracottatöpfe, die laut Diakon Krohmer vor allem zu Erntedank benötigt werden, tatsächlich in den Keller hinuntergeschleppt werden? Wo kommt das Kruzifix hin? Und wo wird der Altarteppich aufbewahrt?

Wer arbeitet, soll auch essen: Diesen Spruch wandelt Walter Krohmer für sich in „Wer nicht arbeitet, soll wenigstens gut essen“ ab. Wobei der Beitrag, den er zum Gelingen der Aktion leistet, auch nicht zu unterschätzen ist. Er ist für die Verköstigung des Helferteams zuständig und legt dabei Wert auf die biblische Bezeichnung „Speisemeister“.

© Schorndorfer Nachrichten, Foto: ZVW

 

 

 

 pressearchiv icon

  © Kirchbauverein Stadtkirche Schorndorf e.V.         |               Impressum