Visuelle Eindrücke von der Stadtkirche in Schorndorf

Presseartikel

ZVW, 2012-08-16
Serie "Juwelen der Stadtkirche": Boden-Potpourri aus hundert Jahren Sanierungsgeschichte 

 


 
Schorndorf. Im Innern der Stadtkirche bleibt der Blick schnell an den bunten Fenstern und der prachtvollen Kanzel hängen. Und dabei lohnt es sich, auch mal die Augen zu senken: Am Boden offenbart sich ein Potpourri der unterschiedlichsten Beläge. Bei der für Herbst geplanten Sanierung der Stadtkirche soll hier endlich Ordnung einkehren.
 
„Das Sakrale wird schlecht transportiert, weil hier alles so unruhig ist“, sagt Architekt Bernd Treide und diese Aussage gilt natürlich nicht nur für die Böden in der Stadtkirche. Doch hier ist das Flickwerk besonders offensichtlich: Steinplatten aus den Renovierungsjahren 1906, 1958 und 1984 liegen im Kirchenschiff direkt nebeneinander – ohne Rücksicht auf den Verlauf der hellen Fries-Einfassung. Und an den Seitenwänden stehen Kirchenbänke einfach auf dem grau-weißen Band, weil die Bänke beim Heizkörper-Einbau irgendwann nach vorne rutschten.
 
Ein großes Loch im Bodenbelag hat der Altar hinterlassen, der bis vor 50 Jahren noch in der Mitte der Kirche stand. Nachdem er im Chor seinen Platz fand, wurde ein ganzes Quadrat hellerer Steine verlegt. Und unter den vorderen Stuhlreihen im Kirchenschiff hat man 1984 kurzerhand graue Fliesen verlegt. Einen erhabenen Kirchenraum stellt sich nicht nur Architekt Treide anders vor: „Das ist ein kunterbunter Belag, ohne Sinn und Gestaltung.“
 
Sanierungsziel: Einheitliche Bodenstruktur
 
Treide wird die für Herbst geplante Sanierung leiten – vorausgesetzt, das Denkmalamt macht der Kirchengemeinde nicht noch einen Strich durch die Rechnung (wir haben berichtet). Läuft aber alles nach Plan, soll die Stadtkirche wieder eine einheitliche Bodenstruktur bekommen. Das Fries soll als durchgehend helle Einfassung wirken können. Außerdem muss der Boden vom Bohnerwachs befreit werden, das ein halbes Jahrhundert lang Schicht für Schicht draufgeschmiert wurde. Und im Chor sollen endlich die klackernden Metallbodengitter weichen: Die fehlenden Muschelkalkplatten hofft Treide beim Ordnungsschaffen im Kirchenschiff gewinnen zu können.
 
Und sollen die Holzböden in den Seitenkapellen – „das sind echte Stolperfallen – auch entfernt werden, die Holzplatten unter den Kirchenbänken, die Feuerwehr und Technisches Hilfswerk Anfang Oktober in einem ehrenamtlichen Großeinsatz aus der Kirche schaffen werden, sollen erhalten bleiben. Und nicht nur das: Sie werden in Richtung Chor erweitert. Nach der Sanierung der Stadtkirche sollen dann auch die variablen Stuhlreihen auf einem Holzpodest stehen. Den Grund nennt Architekt Treide: „Dann wird’s wieder schlüssig.“

 

 pressearchiv icon

  © Kirchbauverein Stadtkirche Schorndorf e.V.         |               Impressum